Sommeranfang: Wann, wieso, warum & Besonderheiten

Der Sommeranfang und seine Besonderheiten

Nach kalendarischer Berechnung fällt der Sommeranfang genau auf den Tag der Sommersonnenwende. Allerdings gibt es für den Sommerbeginn deutliche Unterschiede zwischen der kalendarischen sowie meteorologischen Definition.

Wann findet der Sommeranfang genau statt?

Der Sommerbeginn fällt aus kalendarischer Perspektive mit der Sommersonnenwende zusammen. Die Sonne befindet sich über dem nördlichen Wendekreis. Zu keiner anderen Zeit ist der subsolare Punkt so nördlich gelegen wie zu diesem Zeitpunkt. Als subsolarer Punkt gilt der Ort, über dem die Sonne direkt im Zenit und dementsprechend senkrecht steht. Der Wendekreis ist bei 23 Grad 26´ nördlicher Breite und demzufolge auf Höhe der Sahara gelegen.

Verschiedene Berechnungsmodelle

Die Sommersonnenwende fällt nicht in jedem Jahr auf den gleichen Tag. Abhängig von der jeweiligen Zeitzone, findet die Sonnenwende in Mitteleuropa zumeist am 21. Juni statt. In einigen Jahren markiert allerdings auch der 20. Juni diesen Zeitpunkt. Bei dieser Datierung ist vom kalendarischen bzw. astronomischen Sommeranfang die Rede. Weil der kalendarische Sommerbeginn allerdings nicht in jedem Gebiet auf der Nordhalbkugel die gleiche durch Jahreszeiten bedingte Entwicklung der Natur hat, gibt es Unterschiede zwischen Früh-, Hoch- und Spätsommer.

Der meteorologische Sommeranfang

In der Meteorologie wird eine andere Definition des Sommeranfangs verwendet. Diesem Ansatz zufolge starten die Jahreszeiten zum ersten Tag des Monats, auf den die Sonnenwende oder Tagundnachtgleiche fällt. Aus meteorologischer Sicht beginnt der Sommer auf der Nordhalbkugel deshalb jeweils am 1. Juni. Meteorologen nutzen diese Einordnung, damit alle vier Jahreszeiten gleich lang sind. Diese Definition ist dabei behilflich, Klimadaten sowie Wetteraufzeichnungen über einen längeren Zeitraum statistisch miteinander zu vergleichen.

Der längste Tag des Jahres

Während der Sonnenwende im Juni nimmt die Sonne ihren höchsten Stand ein. An keinem anderen Tag des Jahres erhellt die Sonne den größten Teil der Nordhalbkugel so stark wie am Tag der Sommersonnenwende. Zu diesem Zeitpunkt markiert der Moment den längsten Tag eines Jahres. In Regionen in Äquatornähe schwanken die Tageslängen nur wenig. Stattdessen unterscheiden sich die Längen der längsten und kürzesten Tage eines Jahres in Mitteleuropa deutlich. Noch wesentlich größer sind die Unterschiede in Polarregionen. Hätten Sie’s gewusst? Im Sommer werden die Tage stetig kürzer. Da der Sommer direkt zur Sommersonnenwende und somit dem längsten Tag des Jahres beginnt, entwickelt sich der Sonnenstand im Laufe der Jahreszeit stetig in südliche Richtung. Dadurch werden die Tage kürzer. Nichtsdestotrotz ist der Sommer die wärmste Jahreszeit, da um diesen Zeitpunkt mehr Sonnenenergie auf die Erde als ins All abgestrahlt wird. Aus dem Grund erwärmt sich die Atmosphäre während des Sommers stetig.

Sommerbeginn auf der Südhalbkugel

Auf der südlichen Seite des Äquators fällt auf die Sonnenwende im Juni der Winteranfang. Im Gegenzug beginnt Sommer in dieser Region im Dezember, zumeist am 21. oder 22. Dezember.

Bräuche rund um den Sommeranfang

Die mit dem Sommeranfang verbundene Sonnenwende ist religiös und historisch ebenfalls von Bedeutung. So wurden aus dem prähistorischen Zeitalter Traditionen der Sonnenverehrung überliefert, die Menschen heute zum Teil wieder begehen. Eine Tradition ist das Midsommar-Fest in Skandinavien, das am Polartag zelebriert wird. Zudem sind Sonnenwendfeuer von großer kultureller Bedeutung. Hierzulande findet Ende Juni am Johannistag das Johannisfest statt. Bei dieser Feierlichkeit darf ein Sonnenwendfeuer nicht fehlen.

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